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Die Entscheidung für den Bau einer Unterführung im Bereich der Eisenbahnkreuzung in Webling muss umgehend getroffen werden. Überlegungen, die Kärntner Straße unter den Bahnkörper zu verlegen, gab es schon seit längerer Zeit. Bedingt durch die tragischen Unfälle in der Grottenhofstraße und Hafnerstraße ist jetzt der Handlungsbedarf aber enorm gestiegen.

Von den zwölf im Grazer Stadtgebiet bestehenden Straßenkreuzungen mit der Graz-Köflacher Bahn befinden sich gleich acht in unserem Bezirk. Für jeden einzelnen Übergang ist bereits ein Konzept erarbeitet worden, um zukünftig die größtmögliche Sicherheit gewährleisten zu können. Mehrere triftige Gründe sprechen beim Bahnübergang in der Kärntner Straße dafür, dass es sinnvoll wäre, die Fahrbereiche der Straße und der Bahnlinie baulich zu trennen, und zwar mit einer Unterführung.

Der Meinung, eine Schrankenanlage würde an dieser Stelle ebenso die gewünschte Abhilfe bringen und gleichzeitig bei schnellerer Umsetzbarkeit viel weniger kosten, muss entgegengehalten werden, dass diese Lösung in Spitzenzeiten bis zu 25 Minuten Wartezeit pro Stunde vor geschlossenen Schranken nach sich ziehen würde.

Verkehrsplaner tüftelten daher an den Möglichkeiten, eine Unterführung zu errichten. Keine leichte Aufgabe, ist doch stadteinwärts der Abstand zwischen den Bahngeleisen und der Autobahnbrücke zu kurz, um den gesetzlichen Vorgaben betreffend Steigung bzw. Gefälle zu entsprechen. Eine auch nur geringe Überschreitung der erlaubten Steigung hätte zur Folge, dass bei schlechten Straßenbedingungen wie Nässe, Glatteis oder Schneefall ein sicheres Befahren, vor allem für Schwer- Lkw, nicht gewährleistet werden könnte.

Uns allen ist bewusst, dass baldigst etwas unternommen werden muss, denn die Kreuzung ist bereits jetzt für den immer größer werdenden Rückstau hauptverantwortlich. Wie stark der motorisierte Individualverkehr tagtäglich vom Bahnverkehr beeinflusst wird, konnte man im Vorjahr gut in der Praxis beobachten: Bedingt durch den tragischen Busunfall in der Grottenhofstraße, musste wegen der Wiederherstellung der stark beschädigten Gleisanlage zwei Tage lang der GKB-Bahnbetrieb eingestellt werden. Deshalb gab es natürlich auch keine Wartezeit vor der Bahnübersetzung in der Kärntner Straße – mit dem klar erkennbaren Ergebnis, dass es an diesen zwei Tagen weder eine Staubildung in der Kärntner Straße von Süden kommend noch in der Straßganger Straße gab. Denn gleichgültig ob derzeit eine Zuggarnitur stadtaus- oder stadteinwärts fährt, jedes Mal steht in der Kärntner Straße für bis zu mehr als zwei Minuten der gesamte Verkehr – je nachdem wie viele Personen ein- und aussteigen. Gerade zu den Spitzenzeiten des Fahrplanes der GKB werden da in der Stunde bis zu acht Mal nicht nur die Pkw und Lkw behindert, sondern auch die Buslinien der GVB, von der Fa. Weiß, Tropper, aber auch der GKB selbst. Die anzustrebende und dringend notwendige Taktverdichtung sowohl bei der Bahnlinie als auch bei den öffentlichen Bussen würde deshalb ohne Unterführung kaum Sinn machen.

Dass gleichzeitig auch die beiden Bushaltestellen „Schwarzer Weg“, ähnlich wie jetzt bereits in Don Bosco, direkt unterhalb der Bahnstation Webling errichtet werden könnten, würde das Umsteigen zwischen den beiden Verkehrsträgern Bus und Bahn zusätzlich attraktiver machen.

Nachdem der Umbau des Weblinger Kreises mit seinen im Vorfeld heftig diskutierten Ampelanlagen und die großzügig ausgebaute Anbindung an den Verteilerkreis perfekt gelungen sind, bin ich zuversichtlich, dass auch hier die bestmögliche Lösung zur Umsetzung gelangen wird, meint

Ihr Bezirksvorsteher, Ferdinand Köberl